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26.01.24

Krieg in Gaza – wenig Aussicht auf Frieden

Krieg in Gaza –
wenig Aussicht auf Frieden

Foreign Policy Lunch mit dem Nahostexperten Dr. Peter Lintl

Text: Sebastian Thomas | Leitung Kommunikation und Marketing VBKI

 

Mehr als 100 Tage dauert der Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza schon, ein Ende ist nicht in Sicht. Die schlimmen Bilder und Nachrichten aus der Region verwandeln sich zunehmend in „traurige Routine“, wie Dr. Christoph von Marschall zu Beginn des Foreign Policy Lunches bemerkte. Gemeinsam mit Dr. Peter Lintl warf der Vorsitzende des VBKI Ausschusses Internationale Politik und Wirtschaft einen analytischen Blick auf die Situation in Gaza.

Dr. Lintl, Nahost-Experte der Berliner Stiftung Politik und Wissenschaft (SWP), startete mit einer Darstellung von Entstehung, Struktur und Zielen der Hamas, um anschließend auf die Kriegslage in Gaza einzugehen. Es sei unheimlich schwierig, im „fog of war“ zu den Fakten vorzustoßen, die Informationspolitik auf beiden Seiten des Gaza-Krieges zwischen Israel und der Hamas behindere den Zugang zur Wahrheit.

 

Klar sei aber, dass die israelische Regierung unter massivem Druck stehe. Außenpolitisch wegen der vielen zivilen Opfer, die der Krieg täglich auf palästinensischer Seite fordere. Innenpolitisch, weil zunehmend klar werde, dass die ausgegebenen Kriegsziele miteinander kaum zu vereinbaren sind: Einerseits der erklärte Wille, die Hamas zu zerschlagen, andererseits das Versprechen, die mehr als 100 in der Gewalt der Hamas verbliebenen Geiseln zu befreien. Und: Je länger der Krieg dauere, je mehr Tote und Verletzte es auf beiden Seiten gebe – desto stärker profitiere die Hamas. Sowohl israelische Verluste als auch Tote auf den eigenen Seiten ließen sich zu strategischen Siegen deklarieren – im letzteren Fall, so die zynische Logik, als Beleg für die eigene Opferrolle.

Auch die ablehnende Haltung der Regierung Netanjahu hinsichtlich der immer wieder diskutierten Zweistaatenlösung schwächt die israelische Position in der Welt – der starke Rechtsruck in Israel versperre den Weg zu Kompromissen. Zuletzt war der saudische Friedensplan durch Israel verworfen worden. Einen Vielvölkerstaat ähnlich der Schweiz hält der Nahostexperte für keinen gangbaren Weg – allein schon wegen des eklatanten Wirtschaftsgefälles. Israels Wirtschaftskraft übersteige die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der palästinensischen Gebiete um den Faktor 15.

 

Ein Radio-Interview vom 5. Januar mit
Dr. Peter Lintl finden Sie hier

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