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31.01.25

Ein Start-up mit 130 Jahren Erfahrung

Ein Start-up mit 130 Jahren Erfahrung

KI-Kompass des VBKI – diesmal unter anderem mit dem Projekt KIRA der Deutschen Rentenversicherung 

Text: Philipp Zettl | Referent Politische Grundsatzfragen

In den USA wird das Milliarden-Projekt Stargate zur Erschaffung einer allgemeinen künstlichen Intelligenz (KI) vorgestellt. Das neue chinesische KI-Modell DeepSeek zerstört innerhalb eines Tages 600 Milliarden Euro an Wert des Chipherstellers Nvidia. Künstliche Intelligenz ist dieser Tage wieder in aller Munde. Genau der richtige Zeitpunkt also, um zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung Bund verschiedene KI-Projekte Berliner Unternehmen vorzustellen.

Den Anfang machte die Rentenversicherung selbst, die ihr Direktor, Stephan Fasshauer, als „Startup mit 130 Jahren Erfahrung“ vorstellte. Schon lange vor dem ChatGPT-Boom, seit 2020 befasst sich die Rentenversicherung Bund mit KI, um dem doppelten demographischen Wandel aus altersbedingten Austritten und mangelndem Nachwuchs entgegenzuwirken. Dr. Michael Tekieli, Leiter des KI-Labors der Stabsstelle Digitalstrategie, stellte das erste Projekt KIRA vor, 20 weitere sollen in näherer Zukunft folgen. KIRA hilft Betriebsprüfern dabei zu kontrollieren, ob ein Unternehmen vollständig Sozialabgaben geleistet hat, oder Nachforderungen gestellt werden müssen. KIRA erstellt anhand von mehr als 11.000 Merkmalen einen Score von 1, unauffällig, bis 10 und reduziert die zu überprüfenden Firmen so signifikant: „Wenn wir der KIRA-Empfehlung bei einem Score von 1 folgen, können wir 50 Prozent aller Prüffälle ignorieren und identifizieren trotzdem 94,4 Prozent aller Nachforderungen“, berichtete Tekieli begeistert.

Anschließend demonstrierte Business AI Lead Dr. Sandra Hestermann vom Cornelsen Verlag wie cornelsen.AI schon heute Lehrer im Schulalltag unterstützen kann. Cornelsen hat eine Toolbox entwickelt, um Lehrern bei unterrichtsfernen Aufgaben von der Unterrichtsvorbereitung bis hin zur automatisierten Korrektur von Aufgaben zu entlasten. In einer Live-Demonstration erstellte die AI-Lead Unterrichtsmaterialien für eine Klasse, angepasst auf das Bundesland, den Lernplan und das Kompetenzziel. Der Clou: Das Programm erstellt bei Bedarf unterschiedliche Materialien für unterschiedlich förderungsbedürftige Kinder, so dass jedes Kind in seinem Tempo lernen kann. Mit dem KI-Korrekturassistent, der auch Handschriften erkennt, können Schüler außerdem schneller und häufiger lernzielbezogenes Feedback erhalten. Zukünftig wird es auch einen KI-Lernhelfer für Schüler geben.

Die zweite Hälfte der Veranstaltung eröffnete der Moderator Dr. Norman Bernhardt, Mitglied des Projektteams VBKI-Digital, mit einem Vortrag über die wichtigsten Erkenntnisse aus seiner Arbeit mit der Einführung von Digitalisierungs- und KI-Projekten in Unternehmen. Je nach Anwendungsfall sei der Kauf eines schon bestehenden Systems besser oder die Programmierung eines eigenen Tools. Letzteres habe den Vorteil, maßgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse zu sein und damit den größten Effekt zu erzielen. Aber gerade die ersten Digitalisierungsprojekte würden oft schnell zu komplex geplant werden. Sein Rat: „Think big, but start small and keep it simple.“

Den Abschluss bildete Dr. Nils Barnickel von SAILWINT. Sein Startup plant mit autonom fahrenden Windturbinenschiffen auf der Nordsee Wasserstoff herzustellen. Damit die Energiegewinnung der Turbinen maximiert wird, soll KI den Wind-optimalen Kurs vorhersagen und die Containerschiff-großen Schiffe zum richtigen Zeitpunkt zum Offshore-Terminal führen.

Die nächsten Veranstaltungen des KI-Kompass finden wieder als Webinare morgens um 8.15 Uhr statt: Am 4. März wird Lars Löhn über ChatGPT und andere KI-Agenten sprechen und am 27. März wird Dr. Annika von Mutius über KI-basierte Recruiting Lösung sprechen.

 

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