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06.07.26

Wahlagenda 2026

Mut zur Zukunft!

Hauptstadtwirtschaft fordert mehr Tempo beim Neubau, bessere Bildung, schnelleren Transfer und die Vollendung der Verwaltungsreform 

Text Sebastian Thomas | Leiter Kommunikation und Marketing

Unter der Überschrift „Mut zur Zukunft“ haben wir bei einem Pressefrühstück unsere Wahlagenda zur Berlin-Wahl 2026 vorgelegt. Im Vorfeld der Abgeordnetenhauswahl am 20. September formulieren wir darin die zentralen Erwartungen der Berliner Wirtschaft an die künftige Landespolitik. Unsere Botschaft ist klar: Berlin hat große Stärken – muss sie aber schneller in konkrete Ergebnisse übersetzen.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern unserer Ausschüsse hat VBKI-Präsident Prof. Harald Christ die Positionen des Vereins vorgestellt. Sein Appell:

„Berlin ist stärker, innovativer und internationaler, als es in manchen Debatten erscheint. Diese Stadt hat die Substanz, die Talente, die Wissenschaft, die Unternehmen und die internationale Strahlkraft, um eine der führenden Zukunftsmetropolen Europas zu sein. Aber Berlin nutzt dieses Potenzial noch nicht konsequent genug. Unsere Botschaft lautet deshalb: Berlin muss schneller entscheiden, mutiger investieren und konsequenter umsetzen. Mut zur Zukunft heißt: nicht Chancen verwalten, sondern Chancen nutzen.“

Prof. Harald Christ, VBKI-Präsident 

Mit unserer Agenda leisten wir einen überparteilichen Beitrag zur Debatte und machen jeder demokratischen Koalition nach der Wahl ein Angebot zum Dialog. Im Mittelpunkt stehen vier Prioritäten: Wir wollen Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit stärken, Innovationen schneller in die Anwendung bringen, die Handlungsfähigkeit und Resilienz Berlins erhöhen und die Hauptstadt selbstbewusst als internationale Metropole positionieren. Dabei konzentrieren wir uns auf drei Zukunftsfelder: Wohnen und Stadtentwicklung, Bildung und Wissenschaft sowie Gesundheitswirtschaft.

Wohnen: Mehr Tempo beim Neubau
Beim Thema Wohnen setzen wir auf schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine investitionsfreundliche Wohnungspolitik. Unser Ziel ist, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren grundsätzlich innerhalb von maximal zwei Jahren abgeschlossen werden. Vergesellschaftung halten wir für den falschen Weg: Sie schafft keine einzige neue Wohnung, bindet erhebliche Mittel und schwächt das Investitionsvertrauen, das Berlin dringend braucht.

Bildung und Wissenschaft stärken
Für den Bildungsbereich fordern wir messbare Fortschritte bei Bildungsqualität, Basiskompetenzen und Sprachförderung. Ein berlinweites Bildungsmonitoring sowie gestärkte Schulleitungen sollen dazu beitragen, die Qualität nachhaltig zu verbessern.
Gleichzeitig muss Berlin seine Hochschulen und Forschungseinrichtungen als strategischen Standortvorteil weiter ausbauen. Der Sanierungsstau muss abgebaut, der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis beschleunigt und Ausgründungen erleichtert werden. Künstliche Intelligenz sollte in Bildung, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft deutlich stärker als Produktivitäts- und Innovationsmotor genutzt werden.

Gesundheitswirtschaft als Zukunftsbranche
Wir sehen die Gesundheitswirtschaft als strategischen Leitmarkt der Hauptstadt. Berlin verfügt über eine außergewöhnliche Konzentration von Universitätsmedizin, Forschung, Kliniken sowie Unternehmen aus Biotech, MedTech und HealthTech. Dieses Potenzial gilt es konsequent zu nutzen, um Berlin bis 2030 zur Gesundheitshauptstadt Europas zu entwickeln. Dafür braucht es schnellere Translation, bessere Rahmenbedingungen für klinische Studien, mehr Scale-up-Kapital und den Anspruch, Berlin als führenden Standort für datengetriebene Gesundheitsinnovation im Rahmen des European Health Data Space (EHDS) zu positionieren.

Eine leistungsfähige Verwaltung als Schlüssel
Für uns ist eine handlungsfähige Verwaltung die Grundvoraussetzung für mehr Tempo in der Hauptstadt. Deshalb fordern wir, die Verwaltungsreform konsequent zu vollenden, Zuständigkeiten zwischen Land und Bezirken klar zu regeln, Verfahren zu digitalisieren und Entscheidungen verbindlicher zu steuern. Verwaltung ist Standortpolitik – sie muss Innovationen, Investitionen und Wachstum ermöglichen.

Konkret formulieren wir 10 Kernforderungen:

1. Tempo beim Bauen machen: Planungs- und Genehmigungsverfahren auf maximal zwei Jahre begrenzen.

2. Mehr bauen statt umverteilen: Enteignung löst den Wohnungsmangel nicht – sie verschärft ihn.

3. Verwaltung handlungsfähig machen: Reform vollenden, gesamtstädtische Steuerung stärken.

4. Berlin krisenfest machen: Investitionsstau abbauen, kritische Infrastruktur sichern, innere Sicherheit sowie die Abwehr von Rechts- und Linksextremismus priorisieren.

5. Bildungsqualität sichern: Schulen ertüchtigen und bedarfsgerecht versorgen, Schulleitungen stärken, Bildungsmonitoring einführen.

6. Aus Wissen Wirkung machen: Hochschulen modernisieren, Transfer beschleunigen, Ausgründungen stärken.

7. Gesundheitswirtschaft als strategischen Leitmarkt Berlins entwickeln.

8. Mobilität ohne Ideologie: Alle Verkehrsträger intelligent verbinden, den ÖPNV verbessern und seine Qualitätsprobleme endlich lösen.

9. Talente für Berlin gewinnen: Berlin zur offenen, leistungsfähigen und international sichtbaren Talentmetropole entwickeln.

10. Großveranstaltungen wie Olympia als Zukunftsprojekte für Berlin nutzen.

Die VBKI-Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Pressefrühstücks: Prof. Dr. Jörg Ritter (VBKI-Präsidiumsmitglied, VBKI-Vertreter „Verwaltungsreform“) , Christian Schulz-Wulkow (Vorsitzender Ausschuss Immobilien), Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring (Vorsitzende Ausschuss Bildung und Wissenschaft), Prof. Harald Christ (VBKI-Präsident), Michael Müller (Vorsitzender Ausschuss Wirtschaftspolitik), Dr. André Stürzenbecher (Vorsitzender Ausschuss Gesundheit)

VBKI-Wahlagenda Berlin 2026

Wachstum ermöglichen. Handlungsfähigkeit stärken.
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Unsere Wahlagenda ist aus der Breite unseres Vereins heraus entstanden. Alle ehrenamtlich besetzten Ausschüsse des VBKI haben daran mitgewirkt. Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Bildung, Gesundheit, Wohnungswirtschaft, Mobilität, Kultur, Digitalisierung und weiteren Bereichen haben ihre Perspektiven eingebracht.

 

 

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