„In Good Company“ im Hotel Oderberger
Mut, Mitgestaltung und ein Schwimmbad voller Geschichten
Text Johanna Sprenger | Leiterin Gesellschaftliches Engagement
Wie wachsen aus einer Sprachschule ein eigener Campus und ein Hotel mit historischem Stadtbad? Und wie gelingt es, unternehmerische Verantwortung und Familie zusammenzubringen? Beim VBKI-Frauenformat „In Good Company“ im Hotel Oderberger gab Geschäftsführerin Dr. Verena Jaeschke persönliche Einblicke in ihren Werdegang und die Entwicklung des Familienunternehmens.
Im Gespräch mit unserer Geschäftsführerin Ute Weiland zeichnete Jaeschke den Weg von der Sprachschule am heimischen Schreibtisch zum GLS Campus in Prenzlauer Berg nach. Eine nach dem Mauerfall entdeckte leerstehende Schule wurde zum Ausgangspunkt für den Campus mitten in Berlin. Später kam das Hotel Oderberger mit seinem denkmalgeschützten Stadtbad hinzu. Bei einer Führung konnten die Teilnehmerinnen das Haus und seine Geschichte näher kennenlernen.
Dass ein historisches Schwimmbad vor allem Geld kostet, erzählte Jaeschke mit einem Augenzwinkern. Ein innovatives Nutzungskonzept macht die Schwimmhalle deshalb auch zur Veranstaltungsfläche und verbindet den Erhalt des besonderen Ortes mit wirtschaftlichen Perspektiven.
Führung teilen, Freiräume schaffen
Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere vertrat Jaeschke eine klare Haltung: Familie ist ein Elternthema, kein reines Mütterthema. Eine entscheidende Weichenstellung für die eigene Karriere erfolge deshalb bereits bei der Partnerwahl.
Im Unternehmen setzt sie auf geteilte Führung: Führungspositionen sind doppelt besetzt, flexible Arbeitszeiten schaffen Raum für familiäre Aufgaben und die Pflege von Angehörigen. So wird Vereinbarkeit zu einer Frage der Unternehmenskultur.
Nachfolge braucht Klarheit und Austausch
Für die Nachfolge im Familienunternehmen empfiehlt Jaeschke, frühzeitig zu beginnen, Verantwortlichkeiten klar zu verteilen und Vereinbarungen festzuhalten. Konflikte gehören zum Übergang dazu – entscheidend ist, wie man sie austrägt. Streit per Chat sei dabei wenig hilfreich. Besonders wertvoll könne die Begleitung durch einen Coach oder eine Coachin sein.
Der Abend zeigte, wie eng Unternehmensentwicklung, Führungsverständnis und familiäre Verantwortung zusammenhängen. Wer Verantwortung teilt und Veränderungen offen anspricht, schafft Freiräume, für die eigene Familie ebenso wie für die Zukunft des Unternehmens. Wir danken Dr. Verena Jaeschke für ihre Offenheit und Gastfreundschaft sowie allen Teilnehmerinnen für die guten Gespräche.
Impressionen
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