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15.09.26

Ein Preis für Mut und neue Perspektiven

Ein Preis für Mut und neue Perspektiven

Zehn Jahre VBKI-Preis BERLINER GALERIEN: Im Jubiläumsjahr geht die Auszeichnung an Super Super Markt. Auch die galerie burster und die GALLERY GUDMUNDSDOTTIR wurden geehrt.

Text Sebastian Thomas | Leiter Kommunikation und Marketing

Zehn Jahre, zehn Preisverleihungen – und eine Berliner Galerienszene, die sich immer wieder neu erfindet. Zum runden Geburtstag des VBKI-Preises BERLINER GALERIEN rückten am 11. September im PalaisPopulaire erneut jene Orte in den Mittelpunkt, die oft abseits der großen Institutionen entscheidende Impulse für die zeitgenössische Kunst setzen.

Der Hauptpreis 2026 geht an Super Super Markt aus Mitte. Die erst 2022 von Julius Jacobi und Rory Kirk-Duncan gegründete Galerie erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für „Volumen“, die erste europäische Einzelausstellung der japanisch-amerikanischen Künstlerin Adrienne Maki. Die beiden Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 2.500 Euro gingen an die galerie burster aus Kreuzberg und die GALLERY GUDMUNDSDOTTIR aus Mitte.

Super Super Markt begann als nomadisches Ausstellungsprojekt in temporären Räumen und eröffnete 2024 einen festen Standort in der Brunnenstraße. Geblieben ist der Anspruch, Galerie neu zu denken: als offenen Ort, an dem Ausstellung, Austausch und Community zusammenkommen. Genau das überzeugte auch die Jury. Laudatorin Anja Mosbeck würdigte den „unternehmerischen Mut“ und die „kuratorische Neugier“ der beiden Gründer. Mit Ausstellungen, Publikationen, Offsite-Projekten und Community-Formaten öffne Super Super Markt die klassische Galerie nach außen und schaffe einen niedrigschwelligen Zugang zu zeitgenössischer Kunst.

Dass Galerien weit mehr leisten, als Kunst zu präsentieren und zu verkaufen, gehört seit Beginn zur Idee des Preises. Als der VBKI-Kulturausschuss 2016 die Initiative für eine eigene Auszeichnung ergriff, stand die Überlegung im Vordergrund, jene kuratorische und unternehmerische Arbeit sichtbarer zu machen, die häufig im Schatten der großen Kulturinstitutionen bleibt. Seit der ersten Verleihung im Jahr 2017 hat sich der gemeinsam mit dem Landesverband Berliner Galerien (lvbg) ausgelobte Preis zu einer festen Größe entwickelt.

Wie sehr eine solche Auszeichnung wirken kann, zeigte ein Gespräch mit zwei früheren Preisträgern: mit Jan-Philipp Sexauer, ausgezeichnet 2017, und Robert Grunenberg, Preisträger 2025. Grunenberg berichtete, dass sich die Sichtbarkeit seiner Galerie seit der Auszeichnung deutlich erhöht habe. Institutionen, Kuratorinnen und Kuratoren sowie Sammlerinnen und Sammler seien verstärkt auf die vertretenen Künstlerinnen und Künstler aufmerksam geworden – und damit hätten sich neue Möglichkeiten für Kooperationen und Ausstellungen eröffnet.

Für Professor Dr. Stephan Frucht, Vorsitzender des VBKI-Kulturausschusses, ist das zehnjährige Jubiläum zugleich Bestätigung und Auftrag, das Engagement für die Berliner Galerienszene fortzuführen. Der Preis steht für ein Grundverständnis, das ihn von Beginn an prägt: Galerien sind ein Rückgrat des Kunststandortes Berlin. Sie entdecken Positionen, begleiten Künstlerinnen und Künstler, schaffen Ausstellungen und öffnen der Öffentlichkeit das ganze Jahr über kostenlos Türen zur zeitgenössischer Kunst. Oder, wie Frucht es auf den Punkt bringt: Wirtschaft und Kultur gehören in Berlin untrennbar zusammen.

Alle drei ausgezeichneten Galerien waren im Juli von einer unabhängigen Fachjury für die Shortlist nominiert worden. Bewertet wurden Ausstellungskonzept, Realisierung und Gesamtauftritt. Der Jury gehörten 2026 Robert Grunenberg, Manuel Koch, Anja Mosbeck und Bernhard Schulz an.

Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte VBKI-Preis BERLINER GALERIEN wird von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe unterstützt und ist offizieller Programmpunkt der BERLIN ART WEEK. Auch nach zehn Jahren bleibt sein Anliegen aktuell: Mutige Galeriearbeit sichtbar zu machen – und damit jene zu stärken, die Berlin immer wieder neue Perspektiven auf Kunst eröffnen.

Neugierig auf die ausgezeichneten Galerien? Eine filmische Würdigung der drei Finalisten ist während des Juryrundgangs entstanden und gibt Einblicke in ihre Ausstellungen, Programme und Arbeitsweisen: www.vbki-preis-berliner-galerien.de

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