a

MENÜ

07.07.26

Berlins Rezept für die Gesundheitsmetropole

Berlins Rezept für die Gesundheitsmetropole

Vier Parteien, ein gemeinsames Ziel: Der Politische Dialog zeigte, wo Berlin beim Gesundheitsstandort ansetzen muss

Text Jonas Koch | Juniorreferent Kommunikation und Marketing

Gemeinsam mit der IHK Berlin und Gesundheitsstadt Berlin e.V. haben wir am Montag, den 6. Juli, zum Politischen Dialog 2026 ins Langenbeck-Virchow-Haus eingeladen. Grundlage der Diskussion war das 10-Punkte-Papier unserer gemeinsamen Initiative „Europäische Gesundheitsmetropole Berlin“.

Dr. Iris Hauth (Gesundheitsstadt Berlin e.V.) eröffnete den Abend: Investitionen in Gesundheit seien Investitionen in den Standort Berlin, die kommende Legislaturperiode werde entscheidend sein.

Prof. Dr. Heyo K. Kroemer (Charité) machte den Handlungsdruck deutlich: Rund 30 Prozent der Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente. Einen Teil dieser Lücke könnten aus seiner Sicht digitale und KI-gestützte Systeme auffangen, die zunehmend „agentisch“ werden und künftig auch bei Behandlungsentscheidungen unterstützen könnten.

In der ersten Diskussionsrunde wurden unterschiedliche Perspektiven auf die Krankenhausreform deutlich. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Notfallversorgung gesichert werden kann, ohne sie allein nach ökonomischen Kriterien zu bewerten. Zugleich wurden der Investitionsstau in Berliner Kliniken, der Abbau von Studienplätzen und strukturelle Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte thematisiert. Auch die Konzentration auf weniger, dafür größere Klinikstandorte wurde als möglicher Weg zur Stärkung der Versorgungsqualität diskutiert.

Unser Vorstandsmitglied Dr. Harald Hasselmann brachte anschließend das zentrale Standortproblem auf den Punkt: Berliner Gesundheits-Startups werden international deutlich niedriger bewertet als etwa in den USA, mit der Gefahr eines frühzeitigen Ausverkaufs. Sein Vorschlag: eine zentrale Ansprechstelle für die Gesundheitswirtschaft in der Verwaltung, statt verteilter Zuständigkeiten.

Auf dem Podium griffen Stefan Evers, Senator für Finanzen und stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Berlin, Bettina Jarasch, Co-Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, Steffen Krach, Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der Berliner SPD, sowie Tobias Schulze, Co-Fraktionsvorsitzender der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, diesen Vorschlag auf. Trotz unterschiedlicher Akzente bestand Einigkeit, dass Berlin eine zentrale Anlaufstelle für die Gesundheitswirtschaft braucht. Offen blieb, ob sie in der Wirtschaftsverwaltung oder im Bereich Wissenschaft und Forschung angesiedelt werden sollte.

Anett Hüssen (IHK Berlin) forderte in ihrem Impuls konkrete Schritte statt weiterer Debatten: einen Regulatory Hub für schnellere Genehmigungsverfahren und eine beschleunigte Anerkennung ausländischer Fachkräfte.

In der letzten Runde ging es um Gesundheitsdaten: Mehrere Podiumsgäste plädierten dafür, Datenschutz und Digitalisierung nicht als Gegensatz zu behandeln. Beim Thema Fachkräfte waren sich alle einig, dass die langen LAGESO-Anerkennungsverfahren ein zentrales Hindernis sind.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Gästen, Podiumsteilnehmern und unseren Partnern IHK Berlin und Gesundheitsstadt Berlin e.V. für einen anregenden Abend und blicken gespannt auf die weiteren Schritte zur Europäischen Gesundheitsmetropole Berlin.

 

Bildnachweis: Gesundheitsstadt Berlin/Claudia Buger

Impressionen

Zur Bildergalerie: Bitte  hier klicken>

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

UNSERE THEMEN

Die drei Dimensionen des VBKI

NETZWERK

Wir bringen die Entscheider Berlins zusammen

|

DIALOG

Wir begleiten die Zukunftsdebatte der Stadt

ENGAGEMENT

Wir setzen uns für die Stadt und ihre Menschen ein