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08.07.26

„KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug“

„KI ist kein Selbstzweck,
sondern ein Werkzeug“

Digital-Webinar: Digitale Souveränität im KI-Zeitalter zwischen Effizienzgewinn und Abhängigkeit

Text Undine Kugler | Veranstaltungsmanagement

Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck – sie ist ein Werkzeug. Mit dieser zentralen Botschaft eröffnete VBKI DIGITAL gemeinsam mit der Digitalagentur Berlin (DAB) am 7. Juli 2026 ein Digital-Webinar zur Frage, wie Unternehmen KI produktiv nutzen können, ohne ihre digitale Handlungsfähigkeit aus dem Blick zu verlieren.

Im Mittelpunkt stand der Austausch mit Julian Kornmeier von empower. Er machte deutlich: Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität gehören zusammen. Während KI Unternehmen leistungsfähiger und produktiver machen kann, stellt digitale Souveränität die Frage nach Handlungsfähigkeit, Resilienz und strategischer Unabhängigkeit.

Besonders eindrücklich war Kornmeiers Hinweis, dass KI Wissensarbeit nicht ersetzt, sondern vor allem jene Anteile reduziert, die keine echte Expertise erfordern. So können etwa Führungskräfte, Juristinnen und Juristen, Ärztinnen und Ärzte oder Kundenverantwortliche von Recherche-, Dokumentations- und Vorbereitungsaufgaben entlastet werden – und mehr Zeit für das gewinnen, was Menschen besser können: Orientierung geben, Vertrauen schaffen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen.

Mit Blick auf Deutschland wurde deutlich: Angesichts von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und stagnierender Produktivität ist KI kein Luxus-, sondern ein Wettbewerbsthema. Entscheidend sei jedoch, nicht vorschnell einer „AI first“-Logik zu folgen. Erfolgreiche Unternehmen fragen nicht zuerst, wo KI eingesetzt werden kann, sondern welches Ziel sie erreichen wollen – etwa kürzere Durchlaufzeiten, bessere Kommunikation oder eine effizientere Vorbereitung von Kundengesprächen.

Daraus ergab sich ein weiterer wichtiger Punkt: Produktivität zeigt sich nicht im ersten beeindruckenden Demo-Effekt, sondern in der Zeit bis zu einem tatsächlich nutzbaren Ergebnis. Kornmeier fasste diesen Ansatz prägnant zusammen: Ziel vor Tool, Prozess vor Prompt und Governance vor Geschwindigkeit.

Gerade Governance wurde im Webinar als Voraussetzung für erfolgreiche Innovation beschrieben. Klare Leitplanken schaffen Sicherheit, verhindern Schatten-KI und helfen Unternehmen, Wissen zu teilen, Risiken zu begrenzen und Mitarbeitende gezielt zu befähigen. Governance bremst Innovation nicht aus – richtig verstanden, macht sie produktive KI-Nutzung erst möglich.

Zum Abschluss rückte die digitale Souveränität noch einmal stärker in den Fokus. Kornmeier warb für ein Verständnis von Souveränität, das nicht auf Abschottung zielt, sondern auf Handlungsfähigkeit. Unternehmen und Staaten brauchen Optionen, müssen Risiken bewerten und entscheiden, welche Daten, Systeme und Infrastrukturen besonders schutzbedürftig sind. Nicht jede Anwendung erfordert dasselbe Maß an Souveränität – entscheidend ist die Kritikalität.

Die Fragerunde, moderiert von Steven Lewandowski, Mitglied des Ausschusses VBKI DIGITAL, griff unter anderem rechtliche Rahmenbedingungen, europäische KI-Alternativen und gesellschaftliche Begleitfragen auf. Der lebhafte Austausch zeigte, wie hoch der Bedarf an Orientierung beim praktischen Umgang mit KI weiterhin ist.

Wir danken Julian Kornmeier für die fundierte und praxisnahe Einordnung, Steven Lewandowski sowie der Digitalagentur Berlin (DAB) für die Zusammenarbeit.

 

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