VBKI trifft Signac
Farbrausch erobert das Barberini in Potsdam
Text Undine Kugler | Veranstaltungsmanagement
In der vergangenen Woche erhielten unsere Mitglieder die Gelegenheit, an einer exklusiven Führung durch die Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ teilzunehmen. Die Ausstellung ist seit dem 4. Juli und noch bis zum 11. Oktober 2026 zu sehen.
Im Mittelpunkt steht Paul Signac, der gemeinsam mit Georges Seurat Mitte der 1880er-Jahre eine neue Malweise entwickelte, die sich auf Licht, Farbe und optische Wahrnehmung fokussiert. Als erste umfassende Signac-Ausstellung in Deutschland seit 30 Jahren widmet sich die Schau nicht allein seinem künstlerischen Werk. Sie beleuchtet ebenso seine zentrale Bedeutung als Theoretiker, Netzwerker und Ausstellungsorganisator des Neoimpressionismus.
Charakteristisch für die neue Bewegung war das Nebeneinandersetzen unvermischter Farben. In seriell aufgetragenen Pinseltupfen zerlegten die Künstlerinnen und Künstler ihre Motive in die Farben des Prismas. Erst im Auge der Betrachterinnen und Betrachter sollten diese sich wieder verbinden und eine besondere Leuchtkraft entfalten. Dieses Verfahren war von zeitgenössischen Erkenntnissen der Optik und Wahrnehmungsphysiologie inspiriert. Zugleich suchten die Neoimpressionisten nach Harmonie und Ausgleich zwischen komplementären Farben, Fläche und Raum sowie vertikalen und horizontalen Formen.
In der Ausstellung eröffnen mehr als 90 Werke ein eindrucksvolles Panorama dieser leuchtenden Bildwelt. Zu sehen sind Signacs frühe Uferlandschaften, Interieurs und Porträts bis hin zu den farbintensiven, teilweise sozialutopisch aufgeladenen Darstellungen der Côte d’Azur. Mehr als ein Drittel der gezeigten Arbeiten stammt von Signac selbst. Sie treten in einen facettenreichen Dialog mit Werken bedeutender Weggefährtinnen und Weggefährten, darunter Georges Seurat, Camille Pissarro, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Théo van Rysselberghe, Lucie Cousturier und Jeanne Selmersheim-Desgrange.
Die Führung veranschaulichte, wie die Neoimpressionisten das Verhältnis von Farbe, Licht und Wahrnehmung neu definierten und somit die Malerei an der Schwelle zur Moderne prägten.
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