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28.08.26

Jazz, Kunst und Erinnerung

Jazz, Kunst und Erinnerung

VBKI besucht die James Simon Galerie mit David Hermlin und dem Swing Dance Orchestra sowie Schauspieler Jens Harzer

Text Undine Kugler | Veranstaltungsmanagement

Am Mittwoch, den 26. August, luden wir gemeinsam mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Synagogengemeinde Sukkat Schalom zu einem besonderen Kulturabend in die James Simon Galerie auf der Museumsinsel ein. Unter dem Titel „Ein Fest der Künste“ verband der Abend Musik, Literatur und bildende Kunst und widmete sich dem reichen jüdischen Kulturerbe Berlins.

Für den uns besitzt die Beschäftigung mit jüdischer Geschichte und Kultur eine besondere Bedeutung. Bereits unter den Berliner Kaufleuten, die den Verein 1879 gründeten, waren jüdische Unternehmer, die den VBKI ebenso wie die Entwicklung Berlins zur modernen Wirtschaftsmetropole mitprägten. An diese Geschichte anzuknüpfen, jüdisches Leben sichtbar zu machen und den Dialog zu fördern, versteht der wir als bleibende Verantwortung.

Im Mittelpunkt des Abends stand Paul Cassirer, einer der bedeutendsten Kunsthändler und Verleger seiner Zeit und eine prägende Figur des kulturellen Berlins um 1900. Cassirer erkannte früh die Bedeutung der französischen Impressionisten, engagierte sich für die Berliner Secession und setzte sich mit unternehmerischem Mut für Künstlerinnen und Künstler ein, deren Werke damals keineswegs selbstverständlich Anerkennung fanden.

Schauspieler Jens Harzer ließ Cassirers Persönlichkeit und Haltung in einer eindrucksvollen Lesung lebendig werden. Texte von Cassirer selbst sowie Erinnerungen und Würdigungen seiner Weggefährten zeichneten das Bild eines leidenschaftlichen Vermittlers, streitbaren Kunstunternehmers und visionären Berliners.

Musikalisch führte David Hermlin and his Swing Dance Orchestra mit einer Auswahl aus dem Programm „Jews in Jazz“ in die Jazzwelt der 1920er- und 1930er-Jahre. Das Konzert erinnerte an den bedeutenden Beitrag jüdischer Musiker und Komponisten zur Entwicklung des Jazz und an ihren Einsatz gegen gesellschaftliche Ausgrenzung. Mit Musik von Benny Goodman, George und Ira Gershwin, Kurt Weill und Jerome Kern wurde diese Geschichte zugleich mit großer Leichtigkeit und viel Energie hörbar.

 So entstand in der James Simon Galerie ein Abend, der Erinnerung und Gegenwart, Kunst und Unternehmertum miteinander verband und damit auf besondere Weise an Paul Cassirers Idee eines Berlins anknüpfte, das seine kulturelle Vielfalt und kreative Kraft selbstbewusst sichtbar macht.

Wir danken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Synagogengemeinde Sukkat Schalom für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie METEOR Bau GmbH, SAMMLER&USINGER und Berolina Hotel GmbH für die großzügige Unterstützung des Abends.

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